Von Vera Hanisch

April 21, 2020


Zunehmende Panikattacken in Corona-Zeiten ‚Äď wie kann Hypnose Ihnen helfen?

Derzeit stelle ich eine deutlich erh√∂hte Anfrage von Klienten fest, die an starken √Ąngsten und insbesonders Panikattacken leiden, die durch die Corona-Pandemie verst√§rkt ausgel√∂st wurden. Zunehmende Sorgen durch Kurzarbeit, Angst vor Arbeitsplatzverlust , finanzielle Schwierigkeiten, Existenzangst, Doppel-Belastung durch Kinderbetreuung w√§hrend des Homeoffice u.v.m. f√ľhren zu einem hohen inneren Stresslevel. Das Gef√ľhl das Leben ‚Äěnicht mehr unter Kontrolle‚Äú zu haben, die
Angst vor Ansteckung und Krankheit nehmen deutlich mehr Raum in der Gedankenwelt ein.

Vielleicht kennen Sie das Gef√ľhl, wer es einmal erlebt hat, wird sich immer an seine erste Panikattacke erinnern, sie ist wie eingebrannt im Gehirn. Sie kommt pl√∂tzlich und unerwartet, nahezu wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
Symptome einer Panikattacke sind:

  • Herzrasen, 
  • Luftnot,
  • Schwindel,
  • Druck auf der Brust,
  • Zittern,
  • √úbelkeit,
  • das Gef√ľhl panikartig den Raum verlassen zu m√ľssen bis hin zu
  • Todesangst.

Viele Betroffene haben das Gef√ľhl einen Herzinfarkt zu erleiden. Das dabei auftretende Gef√ľhl des v√∂lligen Kontrollverlusts erzeugt bei den Betroffenen eine tiefe
Angst und f√ľhrt zu einer massiven Verunsicherung.

Panikattacken beim Autofahren, in der U-Bahn, an der Supermarktkasse sind typische
Situationen, in der die Angst auf einmal im Alltag Einzug hält. Die Attacken dauern im Durchschnitt 10-20 Minuten an, in schweren Fällen auch länger bis zu einer Stunde.
Viele Menschen leiden danach oft jahrelang an immer wiederkehrenden Attacken, die in
zunehmender Zahl in verschiedensten Alltagssituationen √ľberfallartig auftreten.
Treten Panikattacken wiederholt auf spricht man von einer Panikstörung.

Das Vermeidungsverhalten der Betroffenen wirkt unbewusst wie ein Verst√§rker der Angst, die Angst f√§ngt an Macht √ľber den Einzelnen zu erlangen. Die gef√ľrchtete ‚ÄěAngst vor der Angst‚Äú beginnt sich zu entwickeln und legt damit den Grundstein f√ľr die Ausl√∂sung der n√§chsten Attacke, ein Teufelskreis.

Bis zu 20% der Bev√∂lkerung in Deutschland haben in einer belastenden Phase ihres Lebens schon einmal eine Panikattacke erlebt. Eine Panikst√∂rung als Angsterkrankung betrifft zwei bis f√ľnf Prozent aller M√§nner und Frauen in Deutschland, sie werden bei Frauen fast doppelt so h√§ufig diagnostiziert wie bei M√§nnern. 

Jedoch werden viele Angststörungen häufig nicht erkannt, da die körperlichen Symptome wie z.B. Herzrasen mit Atemnot leicht fehlgedeutet werden können.
Aber warum die Panikattacke plötzlich auftritt bleibt vielen Betroffenen oft ein Rätsel.

Was sind die Ursachen einer Panikattacke?

Grunds√§tzlich entstehen Panikattacken durch eine √úbererregung des vegetativen Nervensystems. Ausl√∂ser daf√ľr k√∂nnen chronischer privater oder beruflich bedingter Stress sein, Substanzmissbrauch wie zuviel Koffein, Alkohol und Drogen.

Ursachen von Panikattacken sind: Genetische Dispostition. Panikattacken k√∂nnen genetisch vererbt werden. Diese genetische Veranlagung kann in der fr√ľhkindlichen Entwicklung des Gehirns zu einer Dispostion f√ľr √Ąngstlichkeit f√ľhren. Vielleicht hatten auch andere Familienmitglieder h√§ufiger √Ąngste. Jedoch spielen auch weitere famili√§re und psychosoziale Faktoren eine Rolle. 

Traumatische Erfahrungen in der Kindheit 

In der Kindheit entwickeln viele Menschen Panikattacken. Diese fr√ľhen Pr√§gungen in unserer Kindheit bilden dies Basis f√ľr unser Leben, unsere Pers√∂nlichkeit und wie wir durchs Leben gehen. Wenn traumatische Erlebnisse in der Kindheit stattfinden, wird das Urvertrauen des Kindes ersch√ľttert und es nimmt die Welt nicht mehr als sicheren Ort wahr. Es wird √§ngstlich, da es die Welt als bedrohlich empfindet.

Die Ersch√ľtterung kann ausgel√∂st werden durch fr√ľhen Tod eines Angeh√∂rigen, Gewalterfahrung in der Familie, Scheidung der Eltern, eine schwere Krankheit oder Alkoholismus in der Familie. Auch sehr strenge oder √ľber√§ngstliche Eltern k√∂nnen eine verst√§rkte √Ąngstlichkeit bei Kindern ausl√∂sen.

Vielleicht musste das Kind sich zu sehr um andere k√ľmmern, es hat sich zuviel M√ľhe gegeben zu gefallen um selbst √ľberhaupt wahrgenommen zu werden, oder es f√ľhlte sich f√ľr das Gl√ľck seiner Eltern verantwortlich. Es gibt viele Faktoren, die als Ursache f√ľr Panikattacken in Frage kommen.

Die meisten Panikattacken treten zwischen dem 30. Und 55. Lebensjahr auf. Das ist die Rush-hour des Lebens. Viele wichtige Entscheidungen werden in dieser Lebensphase gefällt, Heirat, Scheidung, hohe Belastung im Job durch Karrierestreben, Kindererziehung, Pflege älterer Familienangehöriger.

Stress entsteht durch schlechte und negative Ereignisse, z.B. durch den Glauben, im falschen Job gefangen zu sein. Vielleicht ist man ungl√ľcklich in der Beziehung oder man hat eine nahestehende Person verloren. Oft sind es allerdings mehrere Ereignisse und Ver√§nderungen, die dann in Summe zuviel sind f√ľr den Betroffenen und zu Panikattacken f√ľhren.

Hypnose bei Panikattacken, wie hilft sie?

Bei der ersten Panikattacke speichert das Gehirn des Betroffenen die Situation, in der sie stattgefunden hat, mit der aufgetretenen Angst ab. Es entsteht im Gehirn eine neue Verbindung, in der die Situation z.B. beim Autofahren auf der Autobahn mit der akuten Angst verkn√ľpft wird. Das hat zur Folge, dass die Situation des Autofahrens auf der Autobahn ab dem Moment angstbesetzt ist und der Betroffene zunehmend Probleme bekommt √ľberhaupt noch auf Autobahnen fahren zu k√∂nnen. Er wartet unbewusst auf die n√§chste Attacke bei der kommenden Fahrt, und wie in einer sich selbst erf√ľllenden Prophezeiung, kommt die Panikattacke dann auch erneut. Dadurch wird die Angst weiter verst√§rkt, so dass der Betroffene zunehmend vermeidet auf Autobahnen zu fahren bis hin zum v√∂lligen Verzicht aufs Autofahren. Die Lebensqualit√§t leidet zunehmend durch diese Einschr√§nkungen.

In der Hypnose wird diese Kognition von innerem Bild des Autofahrens auf der Autobahn von der erlebten Angst getrennt und positiv neu besetzt. Dadurch lernt das Gehirn eine neue positive Verbindung/Kognition, die im Gehirn abgespeichert wird.

Dieses Reframing f√ľhrt dazu, dass dann die reale Situation des Autofahrens im Alltag neutral wird und die Panikattacke sich aufgel√∂st hat. Der Betroffene ist wieder in der Lage Autofahren zu k√∂nnen, die Angst ist vorbei.

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